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Diabetes-Risiko: Medikamente helfen nicht, Sport und gesunde Ernährung derzeit am wirksamsten

16. März 2010 Maxim Keine Kommentare

Oxford (pte/15.03.2010/10:15) – Zwei entscheidende Behandlungsansätze stoppen Diabetes bei Menschen mit frühen Symptomen entgegen bisheriger Annahmen doch nicht. Zu diesem Ergebnis ist eine groß angelegte Studie der Diabetes Trials Unit an der University of Oxford http://www.dtu.ox.ac.uk gekommen. Das Team um Rury Holman betont, dass man lediglich mit Sport und einer gesunden Ernährung sicherstellen kann, dass Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko gesund bleiben.

Tests mit mehr als 9.000 Teilnehmern konnten auch keine Verringerung eines zukünftigen Herz-Problems bei jenen feststellen, die beide in Frage kommenden Medikamente anstelle von Blindpräparaten verabreicht bekamen. Laut Diabetes UK verfügen allein in Großbritannien sieben Mio. Menschen über ein Diabetes-Risiko. Details der Studie wurden im New England Journal of Medicine http://content.nejm.org veröffentlicht.

Bei allen Studienteilnehmern war eine gestörte Glukosetoleranz festgestellt worden. Konkret bedeutet das, dass der Blutzucker erhöht ist und der Körper beginnt anders auf das Insulin zu reagieren als er sollte. Auch als Prädiabetes bezeichnet, wird bei dieser Krankheit angenommen, dass sie ein Stadium in der Entwicklung von Typ-2-Diabetes ist und mit der Fettsucht in Zusammenhang gebracht werden kann. Man geht davon aus, dass allein in Großbritannien rund 17 Prozent der 35- bis 65-Jährigen an einer gestörten Glukosetoleranz leiden.

Das aus britischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern bestehende Team untersuchte, ob der Einsatz eines Medikaments, das den Blutdruck senkt oder eines Medikaments, das den Blutzucker senkt, verhindern kann, dass es zu einer Diabetes-Erkrankung kommt. Die Ergebnisse von Patienten aus 40 Ländern zeigten keine großen Unterschiede dahingehend, wie viele Menschen später wirklich an Diabetes erkrankten, egal ob ihnen nun eines der beiden Medikamente oder ein Blindpräparat verabreicht wurde. Die Medikamente konnten auch spätere Herzanfälle oder Schlaganfälle nicht verhindern.

Von der Gruppe mit dem Blutzucker-Medikament erkrankte in der Folge innerhalb von fünf Jahren rund ein Drittel an Diabetes, unabhängig davon ob sie das Medikament oder das Blindpräparat einnahmen. Holman betonte, dass die Wirksamkeit der Medikamente bei einer bereits bestehenden Diabetes-Erkrankung bewiesen sei. Es bestehe jedoch dringender Bedarf an Medikamenten zur Prävention der Krankheit und ihrer Komplikationen. Mit-Autor John McMurray von der University of Glasgow erklärte, dass bereits ein Gewichtsverlust von fünf Prozent, laut anderen Studien, einen entscheidenden Einfluss haben kann. (Ende)

Hände hoch für gute Laune

6. März 2010 Maxim 1 Kommentar

/// Im alten Yoga und Ayurveda gibt´s die Ausdrücke Udana und Apana…

Hände hoch! Diese Aufforderung muss nicht immer einen leeren Geldbeutel und schlechte Laune zur Folge haben, im Gegenteil: Bewegungen, die nach oben gerichtet sind, helfen dabei, sich an positive Ereignisse zu erinnern. Abwärtsbewegungen hingegen verleiten eher dazu, sich unangenehme Vorfälle ins Gedächtnis zu rufen. Das haben niederländische Forscher in Experimenten herausgefunden. Die Ergebnisse bestätigten ihre Vermutung, dass sprachliche Metaphern für positive oder negative Gefühle wie ‘sich spitzenmäßig fühlen’ oder ‘down sein’ in direktem Zusammenhang mit echten räumlichen Bewegungen stehen, berichten Daniel Casasanto vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen und Katinka Dijkstra von der Erasmus-Universität Rotterdam.

Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass sich Menschen eher an positive Ereignisse erinnern können, wenn sie lächeln und eine aufrechte Sitzposition einnehmen. Umgekehrt neigen sie mehr zu negativen Erinnerungen, wenn sie die Mundwinkel hängen lassen und in sich zusammengesackt sitzen. Auch hierbei handelte es sich zwar im weitesten Sinne um Auf- oder Abwärtsbewegungen, allerdings wurde der Effekt auf das Erinnerungsvermögen eher in der Nachahmung vermutet: Da die Probanden auch während des positiven Erlebnisses gelächelt und eine aufrechte Position eingenommen hatten, war das Ereignis direkt an diese Aktionen geknüpft.

Casasanto und Dijkstra interessierte nun, ob auch völlig bedeutungslose Auf- oder Abwärtsbewegungen das Erinnerungsvermögen beeinflussen können. Unterstützung für ihre These sahen sie in der Umgangssprache: Emotional belegte Ereignisse werden häufig mit räumlichen Wörtern belegt, etwa ‘am Boden sein’ oder ‘auf dem Höhepunkt’. Sie überprüften ihre Vermutung mit einem simplen Experiment: 24 Probanden mussten im Takt eines Metronoms mit beiden Händen Glasmurmeln in eine hoch oder eine niedrig angebrachte Ablage legen. Während dieser Bewegung sollten die Teilnehmer den Forschern von einem positiven Erlebnis erzählen. Casasanto und Dijkstra maßen dabei die Zeit, die die Teilnehmer brauchten, bis sie sich an ein solches Ereignis erinnerten.

Das Ergebnis: Die Erinnerung an ein positives Ereignis setzte deutlich schneller ein, wenn die Probanden die Murmeln in die obere Ablage legten. Vollführten sie während des Nachdenkens Abwärtsbewegungen, dauerte es länger. Umgekehrt erinnerten sie sich dann aber schneller an negative Erlebnisse. In einem zweiten Experiment stellten die Forscher neutrale Forderungen an die Probanden, etwa ‘erzähle von einem Ereignis im letzten Sommer’. Die Teilnehmer, die dabei Abwärtsbewegungen ausführten, berichteten deutlich häufiger von negativen Erinnerungen, während bei den Aufwärtsbewegungen schöne Erlebnisse überwogen.

Daniel Casasanto (Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, Nijmegen) und Katinka Dijkstra (Erasmus-Universität, Rotterdam): Cognition, doi:10.1016/j.cognition.2009.11.002

ddp/wissenschaft.de – Mascha Schacht

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