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Wahrnehmen der Gefühle beruhigt

25. März 2010 Maxim Keine Kommentare

Zürich (pte/24.03.2010/13:20) – Eine sehr einfache Methode, mit negativen Gefühlen gut umzugehen, haben Forscher der Universität Zürich http://www.uzh.ch gefunden. In der Fachzeitschrift Neuroimage berichten sie, dass ein achtsames Wahrnehmen der Emotion zum schnellen Abreagieren verhelfen kann. “Die Psychotherapie setzt die Gefühlswahrnehmung schon lange ein. Erst jetzt gelang aber der biologische Nachweis dafür, dass eine rein mentale Achtsamkeits-Intervention Emotionen abklingen lässt”, berichtet Studienleiter Uwe Herwig im pressetext-Interview. Nützlich sei dieses Wissen auch für den Alltag.

30 Freiwillige wurden von den Forschern mittels Magnetresonanz-Tomografie untersucht. Ihre Aufgabe lautete, sich eigene aktuelle Gefühle zu vergegenwärtigen (“Wie fühle ich mich?”) oder über sich nachzudenken (“Wer bin ich?”). In der Bildgebung zeigte sich eine Aktivierung der Mittellinien-Regionen des Stirnhirns. Besonders interessant war jedoch, dass bewußtes Achten auf die Gefühle die Aktivität der Mandelkern-Region im Gehirn deutlich senkte. Diese Region steuert die emotionale Erregung und ist umso aktiver, je intensiver Erregungen wie etwa Angst empfunden werden.

Dieser Zusammenhang ist für den Psychiater gut erklärbar. “Das Stirnhirn ist bei Vernunft aktiv und kann die Gefühle kontrollieren. Diese Region kann emotionale Areale des Gehirns und somit auch die Mandelkern-Aktivität hemmen.” Somit werde die schnelle emotionale Verarbeitung reguliert und Überreaktion vermieden. “Selbstregulation durch den Einsatz der vorderen Hirnrinde kann als eine Errungenschaft der Evolution angesehen werden”, so Herwig.

Damit sei ein einfacher Trick für den Umgang mit schwierigen Gefühlen gefunden. “Der Ratschlag ist, das Körpergefühl bewusst wahrzunehmen, welches Stress, Ärger oder Angst mit sich bringt. Denn der Körper gibt immer Signale für Gefühle, wie etwa ein Kribbeln im Bauch oder eine Beklemmung in der Brust.” Mache man sich diese Empfindungen klar, könne man sich leichter von ihnen distanzieren – laut Herwig so wie bei einem Wecker, der dann mit dem Klingeln aufhören kann, sobald man ihn wahrnimmt und abstellt. “Ziel ist es, sachlich und besonnen statt emotional zu reagieren.”

Die innere Auseinandersetzung mit Gefühlen durch deren aktives Bewusstmachen kann man trainieren. “Teilweise geschieht das etwa schon in Management-Kursen, wobei Menschen dadurch belastbarer werden wollen. Auch Meditation und Yoga verwenden die Technik.” Erschwert könne dieser Zugang allerdings bei psychischen Erkrankungen wie Depression und schweren Angststörungen sein. “Sind Gefühle zu stark, so kann deren bewusste Wahrnehmung auch zusätzlich belasten. Es empfiehlt sich, die Technik schon in Zeiten innerer Ausgeglichenheit zu üben, um sie bei Bedarf anwenden zu können.”

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Dienstags bei Morrie

17. Januar 2010 Maxim Keine Kommentare

Gestern Abend habe ich ein sehr schönes Buch gelesen:

Dienstags bei Morrie

In diesem Buch geht es um einen alten Soziologie-Professor, der an einer tödlichen Krankheit leidet. Einer seiner Schüler kommt jeden Dienstag  zu ihm nach Hause. In den letzten Wochen seines Lebens. Sie reden über die Themen:

  • Die Welt
  • Selbstmitleid
  • Trauer und Leid
  • Familie
  • Gefühle
  • Die Angst vor dem Alter
  • Geld
  • Liebe
  • Heirat
  • Unsere Gesellschaft
  • Vergeben
  • Einen perfekten Tag
  • Abschied

Dienstags bei Morrie hat mich mit seiner klaren Schönheit zu Tränen gerührt. Viele Gedanken und Überlegungen sind gerade für Yoga-Praktizierende sehr interessant:

Wie gehe ich mit Gefühlen um?

Was ist der Tod?

Welche Rolle spielt Zwischenmenschlichkeit in meinem Leben?

Zu Gefühlen sagt der Morrie z.B. :

Dreh den Wasserhahn auf, bade Dich in dem Gefühl. Das wird Dir nicht schaden. Es wird helfen. Wenn Du die Angst in Dich hinein lässt, wenn Du sie anziehst, wie ein Dir wohlbekanntes Hemd, dann kannst Du Dir sagen: “In Ordnung, es ist nur Angst, ich brauche mich nicht kontrollieren zu lassen durch die Angst, ich kenne sie.”

Das selbe mit der Einsamkeit: Du lässt los, lässt die Tränen fließen, fühlst sie vollständig, um dann irgendwann sagen zu können: “In Ordnung, das war er nun, mein Moment der Einsamkeit. Ich habe keine Angst, einsam zu sein. Nun lege ich die Einsamkeit zur Seite und widme mich all den anderen Gefühlen, die es auf der Welt sonst noch gibt.” Mache Dich frei, sagte Morrie wieder. Er schloss seine Augen und hustete.

Diese Beschreibung der inneren Arbeit mit Gefühlen deckt sich mit dem, was ich z.B. während der Hatha-Yoga Praxis empfinde: es gibt ein Gefühl. Dieses fühle ich. Sei es Entspannung, oder Erschöpfung, oder Schmerz, oder aber auch Freiheit und Wohlige Wärme. Und ich bade mich in diesem Gefühl. Genieße es und lasse es dann los, um zum nächsten Gefühl über zu gleiten.

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