Einer meiner Schüler hat MS und ich habe vor ca. 1 Jahr viel zu diesem Thema viel recherchiert – um helfen zu können, aber auch, weil ich ein gehöriges Eigeninteresse an dem Thema hatte. Seit Jahren ging es – trotz Yoga – mit meiner Gesundheit stetig bergab. Ich verstand nicht warum und erkannte bei mir einige Symptome, die mich sehr besorgt machten: zunehmender Verlust der Gedächtnisleistung, Konzentrationsschwierigkeiten, Nervenentzündungen. (Seit einer Ernährungsumstellung ,vor Allem kein Gluten mehr, geht es mit meinen geistigen Leistungen wieder rapide bergauf, yippee!)
Es gibt einige anekdotische Hinweise, dass MS sich über eine Ernährungsumstellung behandeln lässt. Besonders berührt, hat mich der Bericht des britischen Dramaturgen Roger Mac Dougall. Dieser wurde von der schleichenden Krankheit letztendlich zur Bettlägrichkeit gezwungen und wurde fast blind. Er hat, als alle Hoffnung verschwunden war, zusammen mit seiner Frau systematisch sein Leben analysiert. Bei der Ernährung ist er stehen geblieben, da er intuitiv die Verbindung zwischen Allergien und Autoimmunen Krankheiten erkannte, die sich langsam auch in der modernen Forschung wiederspiegelt.
Darauf hin hat er alles, was bekannt war dafür, Allergien zu verursachen, aus seiner Nahrung entfernt. Es dauerte vier lange Jahre, schreibt er – “bis ich mit zittrigen Fingern einen Hemdknopf in sein dazugehöriges Loch befördern konnte”. Die Remission war schleichend und nur große Geduld und Vertrauen in sich selbst und seine Intuition ließen ihn weiter machen.
Die neuesten Forschungen sehen sehr hoffnungsvoll aus: In den 80er tauchte die Hypothese des Arztes Alfons Schelling auf, der MS mit Störungen des Blutkreislaufs in Verbindung brachte. Diese wurde zunächst verworfen und ist in den vergangenen Monaten durch die erfolgsversprechenden Experimente des italienischen Chirurgen Paolo Zamboni (u.a. an seiner eigenen Frau) wiederholt ins Rampenlicht der Medien gerückt.
Es gibt inzwischen einige sehr direkte Hinweise aus der Forschung, wie die Ernährung zu neurologischen Krankheiten beitragen kann. So gab es 2002 im Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry einen Artikel der einfach hieß “Gluten Sensivity as a neurological illness”.
Wenn man den Gedanken-Bogen weiter schlägt: gerade Heute ist ein Artikel erschienen, bei dem Alzheimer-Plaques als aktive Bestandteile des Immunsystems identifiziert werden. Auch Paolo Zamboni hat bei den MS Patienten Ablagerungen festgestellt. Sie entstehen seiner Hypothese nach, vermutlich durch die Reaktion des Immunsystems auf das Eisen und die Stoffwechselendprodukte, die durch den gestörten venösen Abfluss nicht richtig aus dem Hirn befördert werden.
Was hat das nun alles mit Yoga zu tun?
Viel. Mit entsprechender Ernährung lassen sich anscheinend die Irritationen vermeiden, die zur “Überreaktion” des Immunsystems führen. Es gibt jedoch auch noch andere Mechanismen, wenn der Schaden schon entstanden ist: Durch die pulsierende Veränderung des Hirnkreislaufs bei der Arbeit mit Bandhas lassen sich evtl. Teile der Plaques nach und nach aus dem Hirn schwemmen. Einfach hämodynamisch bedingt, durch den Blut- Druck und Fluss. Ein anderer Teil des Puzzles ist die Arbeit mit dem Atemverhalt. Das regelmäßige Atem-Anhalten intensiviert die Hirndurchblutung und erweitert bei bestimmter Dauer und Regelmäßigkeit permanent die Durchflussmenge der zu- und ab- führenden Gefäße des Hirns. So zumindest meine Recherchen dazu.
Wer dazu weiter recherchieren mag, ich habe Hinweise gefunden, dass z.b. Dr Robert Doman die Signalwirkung von Kohlendioxid-Überschuss auf das Hirn, verwendet hat um neurologische Leiden von Kindern zu lindern. In seiner Klinik wurde dafür mit Masken gearbeitet, die aufgesetzt, die Atmung erschwerten und damit den CO2 Gehalt des Blutes erhöhten. Die Hirnarterien und die Halsschlagadern erhöhen dann schlagartig ihre Durchflussrate und es sieht so aus, als würde sich diese Erhöhung der Durchflussrate bei einer entsprechenden Regelmäßigkeit auch stabilisieren.
Daher drei Stichwörter:
- Ernährung
- Pranayama
- Kopfstand
Mit diesen 3 Bestandteilen sollte Alzheimer und MS für Yoga-Praktizierende kein Thema sein und ich bin zuversichtlich, dass die Anwendung der obigen Methoden auch schon vorhandende Krankheiten dieser Art zum Stop oder evtl. zur Remission bringen kann. Bevor ich das wirklich mit Entschiedenheit behaupten kann, will ich erstmal Medizin studieren und selbst genug Erfahrungen mit Yoga sammeln :-)
Letzte Kommentare