Dienstags bei Morrie
Gestern Abend habe ich ein sehr schönes Buch gelesen:
In diesem Buch geht es um einen alten Soziologie-Professor, der an einer tödlichen Krankheit leidet. Einer seiner Schüler kommt jeden Dienstag zu ihm nach Hause. In den letzten Wochen seines Lebens. Sie reden über die Themen:
- Die Welt
- Selbstmitleid
- Trauer und Leid
- Familie
- Gefühle
- Die Angst vor dem Alter
- Geld
- Liebe
- Heirat
- Unsere Gesellschaft
- Vergeben
- Einen perfekten Tag
- Abschied
Dienstags bei Morrie hat mich mit seiner klaren Schönheit zu Tränen gerührt. Viele Gedanken und Überlegungen sind gerade für Yoga-Praktizierende sehr interessant:
Wie gehe ich mit Gefühlen um?
Was ist der Tod?
Welche Rolle spielt Zwischenmenschlichkeit in meinem Leben?
Zu Gefühlen sagt der Morrie z.B. :
Dreh den Wasserhahn auf, bade Dich in dem Gefühl. Das wird Dir nicht schaden. Es wird helfen. Wenn Du die Angst in Dich hinein lässt, wenn Du sie anziehst, wie ein Dir wohlbekanntes Hemd, dann kannst Du Dir sagen: “In Ordnung, es ist nur Angst, ich brauche mich nicht kontrollieren zu lassen durch die Angst, ich kenne sie.”
Das selbe mit der Einsamkeit: Du lässt los, lässt die Tränen fließen, fühlst sie vollständig, um dann irgendwann sagen zu können: “In Ordnung, das war er nun, mein Moment der Einsamkeit. Ich habe keine Angst, einsam zu sein. Nun lege ich die Einsamkeit zur Seite und widme mich all den anderen Gefühlen, die es auf der Welt sonst noch gibt.” Mache Dich frei, sagte Morrie wieder. Er schloss seine Augen und hustete.
Diese Beschreibung der inneren Arbeit mit Gefühlen deckt sich mit dem, was ich z.B. während der Hatha-Yoga Praxis empfinde: es gibt ein Gefühl. Dieses fühle ich. Sei es Entspannung, oder Erschöpfung, oder Schmerz, oder aber auch Freiheit und Wohlige Wärme. Und ich bade mich in diesem Gefühl. Genieße es und lasse es dann los, um zum nächsten Gefühl über zu gleiten.
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